Die Grundstückspreise in Heiligensee sind im letzten Jahr weiter gestiegen

Die Grundstückspreise in Heiligensee (Bezirk Reinickendorf) sind im letzten Jahr weiter gestiegen. Über 100% Preissteigerung in nur 6 Jahren.

Generell lässt sich sagen, dass spätestens seit 2012 die Grundstückspreise in Heiligensee kontinuierlich gestiegen sind. Zuvor stagnierten die Preise ca. 7 Jahre, damit war es dann seit 2012 vorbei.

Jedes Jahr werden vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte Berlin die Bodenrichtwerte ermittelt. Bodenrichtwerte sind durchschnittliche Lagewerte für den Boden, bezogen auf einen Quadratmeter Grundstücksfläche. Sie werden für eine Mehrzahl von Grundstücken ermittelt, die in ihren tatsächlichen Eigenschaften und rechtlichen Gegebenheiten weitgehend übereinstimmen.

Der Gutachterausschuss teilt die Heiligenseer Wohnbebauung in insgesamt vier „Bodenrichtwertzonen“ auf:

 

1. Ein kleiner Bereich um den Regenwalder Weg,

2. die Straßenzüge zwischen Sonnenwalder Weg und Ruppiner Chaussee,

3. die Gegend des nördlichen Diakoniezentrums bis zur Beyschlagsiedlung und

4. – das macht mit ca. 80% die größte Fläche aus – das gesamte Heiligenseer Gebiet südlich der Ruppiner Chaussee bis über die Heiligensee Straße hinaus (einschließlich der Bereiche um die Schulzendorfer Straße, Hennigsdorder Straße und Alt-Heiligensee).

 

Und eben in diesem Bereich Nr. 4 sind die Grundstückspreise am höchsten. Während der Bodenrichtwert in diesem Teil von Heiligensee im Jahr 2011 noch bei 190 €/ qm Grundstücksfläche lag, muss man aktuell schon mit 430 €/ qm und mehr rechnen. So ist man – wenn überhaupt noch ein Grundstück zum Kauf zu finden ist – bei 700 qm Grund mit Investitionen von 300.000 € dabei.

Während der Bodenrichtwert zum 01.01.2018 in weiten Bereichen Heiligensees 430 €/ qm betrug, sind Grundstücke zum selben Stichtag um den Sonnenwalder Weg mit 250 €/ qm, im Bereich der Beyschlagsiedlung mit 320 €/ qm und zwischen Regenwalder Weg und Ruppiner Chaussee mit 330 €/ qm noch verhältnismäßig günstig „zu haben“. Nur – wir wissen es alle ganz genau – unbebaute Grundstücke gibt es hier in der Regel höchstens noch in der zweiten Bebauungsreihe, die sogenannten Hammergrundstücke. Welche Möglichkeit gibt es noch? Der Kauf eines Grundstücks mit einer maroden Abrissimmobilie? Nur selten stellt es eine eine Option dar, ein mit einem abrissreifen Haus bebautes Grundstück zu erwerben. Denn diese bebauten Grundstücke werden – obwohl man ja die „alte Hütte“ abreißen müsste und zusätzliche Kosten hierdurch entstünden – zu noch höheren Preisen als unbebaute Grundstücke gehandelt.

Die Nachfrage ist eben höher als das Angebot – somit sind wir weit entfernt von einem Gleichgewichtspreis. Wer also in Heiligensee auf der Suche nach einem Eigenheim ist, muss einiges an Eigenkapital zur Verfügung haben, um hier seinen kleinen Wohntraum erfüllen zu können.

Die Preisentwicklung auf dem Grundstücksmarkt in Heiligensee wird den einen oder anderen erschrecken. Gleichzeitig kann man aber auch festhalten, dass ganz Berlin von Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt betroffen ist. Die Steigerung ist in einigen anderen Bezirken und Stadtteilen wesentlich höher. Letztendlich: In Heiligensee – so ruhig im Grünen, in der Nähe das Feld, Schulen und Vereine mittendrin und so nah mit der S25 an der Friedrichstraße – das ist schon etwas Schönes.

 

Text/ Interpretation: Jana Hirschfeld; Werte: Gutachterausschuss für Grundstückswerte Berlin








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